Der Protest gegen die vom Rat beschlossene Umsiedlung des Großmarktes nach Marsdorf nimmt zu. Sieben im "Aktionsbündnis West" zusammengeschlossene Initiativen wollen jetzt Petitionen an die Beschwerdeausschüsse von Stadt und Landtag senden.

 

Den vollständigen Artikel können Sie hier beim Kölner Stadt-Anzeiger einsehen!

 

Das interkommunale BW ist ein Zusammenschluß verschiedenster Vereinigungen des Kölner Westen, Big- Junkersdorf e.v., Big Weiden e.v., Big FSS e.v., Bürgerverein Müngersdorf e.v., Dorfgemeinschaft Sielsdorf e.v., Aktivkreis Frechen e.V. , die die Umsiedlung des Kölner Großmarktes nach Marsdorf entschieden ablehnen und die katastrophale Verkehrs- und Umweltbelastungen im Kölner Westen nicht weiter hinnehmen wollen.

 

Die Initiativen im Bürgerbündnis West protestieren ab heute mit Flugblättern gegen den geplanten Umzug des Großmarkts nach Köln-Marsdorf. Das Flugblatt finden Sie im Anhang.

Wir benötigen Unterstützung beim Verteilen! Bitte bei der BIG Junkersdorf unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 48 87 95 melden!

Schon jetzt ist die Verkehrsbelastung im Kölner Westen gesundheitsgefährdend: seit mehreren Jahren weisen die Messstationen in Junkersdorf und Weiden eine deutliche Überschreitung der EU-Grenzwerte für Stickoxide aus. Folgen sind Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, besonders bei Kindern.

Obwohl diese Situation bekannt ist, hält die Stadt Köln an der Entscheidung fest, auch noch den Kölner Großmarkt in den Kölner Westen zu verlagern, was die Verkehrsprobleme noch einmal verschärfen würde.

Bitte helfen Sie uns, Flagge gegen den Großmarkt in Marsdorf zu zeigen! Machen Sie den Politikern und den Vertretern der Stadt Köln durch Briefe und emails deutlich, dass wir eine weitere Verschärfung der Verkehrs- und Umweltprobleme in Junkersdorf nicht hinnehmen wollen und dass ein weiterer ‚Verkehrsmagnet’ wie der Großmarkt hier keinen Platz findet.

 

Die Kölner Stadtverwaltung veröffentlichte gestern das Verkehrsgutachten zum geplanten Umzug des Großmarkts nach Marsdorf. Hierzu erklärt Astrid Franzen, Vorsitzende der BIG Junkersdorf:

“Es zeugt von großem Zynismus und Menschenverachtung, wenn in dem Gutachten sinngemäß das Fazit gezogen wird: Hier ist die Umwelt- und Lärmbelästigung schon so groß – unter anderem eine dauerhafte Überschreitung der Grenzwerte von Stickoxiden in Junkersdorf und Weiden -, da kommt es auf ein bißchen mehr Gift auch nicht mehr drauf an. Ganz zu schweigen davon, dass in der zuvor erstellten Interkommunalen Raumanalyse der Gutachter empfohlen hatte, die Fläche in Marsdorf freizuhalten, da diese in einer der letzten Frischluftschneisen für die Innenstadt liegt.

Wenn laut Gutachten die weitere Wohn- und Gewerbeentwicklung zu signifikanten Verkehrsbelastungen führt, kann verantwortungsvolle Politik für das Wohl und die Gesundheit der Bürger nur den Schluss ziehen, dass hier kein weiteres Gewerbe mehr hinpasst.

Die Behauptung, dass der zusätzliche Großmarktverkehr vor allem in verkehrsarmen Zeiten auftritt, ist schlichtweg falsch. Die Anlieferung per LKW, teilweise auch durch Wohngebiete, erfolgt sicherlich nachts. Der Warenumschlag jedoch zielt auf Gastronomie und Kleinhandel - alle großen Betreiber werden von Ihrer eigenen Logistik beliefert - und der fährt, aus der Innenstadt sicherlich nicht über die Autobahn, sondern morgens im Berufsverkehr.

Wer heute schon Verkehr und Rückstau auf der Dürener Str. kennt und behauptet, dass dieser mit geringfügiger Optimierung in Zukunft abgewickelt werden könnte, lügt sich und den Bürgern in die Tasche. Dieses Gutachten scheint dem Auftraggeber sehr gefällig.“

Die Bürgervereine im Kölner Westen sind noch aus einem anderen Grund verärgert: keine einzige der zahlreichen während der Gutachtenerstellung eingebrachten Anregungen der Bürger sowie der Bezirksvertretung Lindenthal wurden im Gutachten berücksichtigt! So sieht Bürgerbeteiligung in Köln aus!

Als größte Mängel des Gutachtens kritisiert die BIG Junkersdorf die im Gutachten zugrunde gelegten, viel zu geringen Verkehrszahlen für den Großmarkt und das zu kleine Untersuchungsgebiet, das bereits am Militärring endet. Das Gutachten unterstellt außerdem, dass die für den Großmarkt vorgesehene Fläche ohne den Großmarkt anderweitig gewerblich genutzt würde. Tatsächlich handelt es sich heute jedoch um Ackerfläche - noch ein Anhaltspunkt dafür, dass die Prämissen des Gutachtens alles andere als objektiv sind, sondern lediglich die Belastung durch den Großmarkt klein erscheinen lassen sollen. Kaum glaublich ist auch, dass das Gutachten überhaupt nicht die in unmittelbarer Nähe liegenden Wohnstraßen in Junkersdorf berücksichtigt, obwohl hier heute schon eine Verkehrsbelastung und Luftverschmutzung vorliegt, die bereits drei Jahre in Folge über den zulässigen EU-Grenzwerten liegt.

Die Bürger in dem betroffenen Stadtgebiet wollen das so nicht hinnehmen und planen weitere Aktionen, um die Politiker auf die Umweltsituation in Junkersdorf und im gesamten Kölner Westen aufmerksam zu machen. "Schließlich geht es hier vor allem um die Gesundheit der vielen Kinder in unserem Stadtteil, die unter der Luftverschmutzung ganz besonders leiden", äußert sich Bettina Boos von der BIG. "Niemand käme auf die Idee, in einen umweltverseuchten Fluss, in dem die Fische sterben, noch einen weiteren Eimer Gift hinein zu kippen. In Sachen Großmarkt schlägt die Verwaltung aber genau dies der Politik vor: trotz oder sogar gerade wegen der hohen verkehrsbedingten Umweltbelastung im Kölner Westen will man hier die Belastung noch weiter erhöhen. Wer möchte das unseren Kindern erklären?"

 

Am 17. November 2011 wurden den Bürgern im Bezirksrathaus Lindenthal die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung für den Kölner Westen vorgestellt, die anlässlich der geplanten Großmarktverlagerung nach Marsdorf erstellt wurde. Die Ergebnisse waren erschreckend: 115.000 zusätzliche KfZ, die Hälfte davon Schwerlastverkehr, werden für den Kölner Westen auf Basis der vorgesehenen Wohn- und Gewerbeerweiterungen prognostiziert, obwohl die Straßeninfrastruktur heute bereits ihre Belastungsgrenzen überschritten hat.

 

Fazit des Gutachtens: bei der vorhergesagten Verkehrsbelastung im Jahr 2020 fallen ein paar Tausend KfZ täglich für den Kölner Großmarkt auch nicht mehr ins Gewicht, also können wir ihn auch noch hierher verlagern!!

 

PTV, das Gutachterbüro, hatte das Junkersdorfer Straßennetz und die Kreuzungen, die in unser Wohngebiet führen, gar nicht mituntersucht. Und das, obwohl der Großmarkt in unmittelbarer Nähe entstehen soll. Eigene Untersuchungen für Junkersdorf habe die Stadt beauftragt. Auf konkrete Nachfrage sagte der Gutachter vom Planungsbüro VIA: "Ja, auf Junkersdorf kommen Mehrbelastungen zu." Angesichts unserer heute vorhandenen Verkehrs- und Luftbelastung unglaublich!! Auf die Einwände der Bürger zu der Luftbelastung wurde nicht näher eingegangen: "Die Anwesenden seien nur für Verkehr zuständig."

 

Am kommenden Montag wird das Gutachten um 19 Uhr den Bürgern in Hürth vorgestellt. Die Hürther wollen ebenfalls gegen den Großmarkt und die prognostizierte Verkehrsbelastung demonstrieren und treffen sich hierzu um 18 Uhr 30 vor dem Bürgerhaus Hürth (Wegbeschreibung: www.huerth.de/kultur/buergerhaus/buergerhaus_anfahrt.php).

 

Wir Junkersdorfer wollen diesen Protest unterstützen, denn wir sind am meisten von den Planungen betroffen. Deshalb: wer es nach Lindenthal nicht geschafft hat: kommen Sie am Montag nach Hürth und investieren Sie eine halbe Stunde Ihrer Zeit, um Ihrem Unmut über unsere Verkehrs- und Umweltbelastung sowie über die Planungen zur Verlagerung des Großmarktes in unsere Region Ausdruck zu verleihen. Wir haben Plakate mit Fotos unserer Verkehrsbelastung vorbereitet.

 

Wer Interesse hat, kann nach der Protestaktion auch die öffentliche Sitzung in Hürth besuchen, in der erstmals auch der Dezernent Herr Streitberger sich den Fragen der Bürger stellen will. Nur durch zahlreiches Erscheinen können wir etwas bewegen!

 

Die Einladung der Dorfgemeinschaft Sielsdorf fügen wir Ihnen bei.

 

Informationsveranstaltung

am 28. November um 19:00 Uhr im Bürgerhaus Hürth

 

Vorgestellt wird das Verkehrsgutachten der Stadt Köln zum Thema Großmarkt – Verlagerung nach Marsdorf

Damit ist der Verkehrsinfarkt vorprogrammiert.

Bereits heute sind die Schadstoffbelastungen höher als die EU-Norm zulässt.

Wer sich gegen politische Entscheidungen nicht zur Wehr setzt, muss mit den Fehlentscheidungen leben!

Wollen Sie das ?

Deshalb der Aufruf an alle Bürgerinnen und Bürger von Sielsdorf:

Zeigen Sie Präsenz auf diesem Informationsabend!

Nur wenn wir viele sind, können wir etwas bewirken.

Deshalb geben Sie Ihrem Protest eine Stimme und ein Gesicht.

Treffpunkt: 18:30 Uhr vor dem Bürgerhaus

Protestschilder werden gestellt

 

Dorfgemeinschaft Sielsdorf e.V.

Für den Vorstand

Andreas Heitzer Manfred Pfeil

 

Die Verkehrssituation im Kölner Westen ist heute bereits dramatisch, insbesondere aufgrund der mehrfachen Erweiterung der Gewerbegebiete und des Rheincenters sowie der Erschließung großer, neuer Wohngebiete. Nicht nur die Erschließungsstraßen, sondern auch unsere Wohnstraßen sind überlastet und haben einen hohen Anteil an überörtlichem Verkehr, der Lärm und Luftverschmutzung mit sich bringt.

 

Deshalb hat sich die BIG Junkersdorf mit anderen Bürgerinteressenvertretungen aus der Region zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen.

 

(Vgl. hierzu auch unsere aktuelle Presseerklärung.)